Der 24. Februar 2008 war vor allem für die Bürger der Hansestadt Hamburg ein ebenso wichtiges wie denkwürdiges Datum. Denn am selbigen Tage fand im hohen Norden die Bürgerschaftswahl statt. Genauer gesagt handelte es sich um die inzwischen 19. Wahlen zur Hamburgischen Bürgerschaft. Wie so oft wurde schon im Vorfeld des Termins darüber spekuliert, welche der renommierten Parteien am Ende das Rennen machen würde. Gravierende Überraschungen gab es nicht am 24.02.2008, einzig Die Linke konnte sich direkt bei ihrem ersten Auftritt in Hamburg mit 6,4 Prozentpunkten in der Bürgerschaft etablieren und mit insgesamt sechs Sitzen Einzug halten. Für die neue Partei links der SPD war dies ein großer Erfolg, dem etliche weitere folgen konnten bis zum heutigen Tag.
Knapp scheiterte die FDP mit einem Stimmenanteil von 4,8 Prozent an der so genannten 5-Prozent-Hürde. Verluste musste neben der GAL vor allem die CDU mit rund 4,6 Prozent verkraften. Am Ende jedoch setzten sich die Christdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten Ole von Beust aber dennoch deutlich als stärkste Partei in Hamburg durch, mit einem Wähleranteil von 42,6 Prozent. Abgeschlagen dahinter die Sozialdemokraten, die zwar mit einem Zuwachs von 3,6 Prozent erfreulich zulegen konnte, insgesamt aber mit 34,1 Prozent mit dem zweiten Platz Vorlieb nehmen musste. In ihrer Position als Wahlsieger hatte die CDU zügig die SPD und die GAL zu Sondierungsgesprächen eingeladen, nachdem feststand, dass der bundesweite Wunschpartner FPD nicht den nötigen Zuspruch vonseiten der Wählerschaft erhalten hatte. Schon im Vorfeld der Wahlen am 24.Februar 2008 hatte es öffentliche Debatten und Mutmaßungen darüber gegeben, ob es erstmalig in einem Bundesland zu einer Koalition zwischen Christdemokraten und Grünen geben könnte. Auf Bundesebene sorgten die Gespräche der beiden potentiellen Partner für teils heftige Diskussionen.
Dennoch wurden sich CDU und GAL Mitte April bezüglich eines Koalitionsvertrages einig. Die Wahl des Senates in den Farben Schwarz und Grün mit 69 von 121 möglichen Stimmen in der Bürgerschaft läutete schließlich im Mai die gemeinsame Koalitionsarbeit ein. Aus rein bürokratischer Sicht waren die Bürgerschaftswahlen im Hamburg am 24. Februar 08 von großem Interesse, weil bei den Wahlen für die Bürgerschaft und die sieben Bezirksversammlungen erstmals das neu entwickelte Mehrstimmenwahlrecht eingesetzt worden war. Der Landeswahlleiter ließ dem Verfassungsausschuss diesbezüglich im Herbst desselben Jahres einen Bericht über die gesammelten Erfahrungen zukommen.